Wappen der Gemeinde Watzerath und Hillebrand von Watzerath 

(von J.B. Roloff)

 

Das Wappen der Gemeinde Watzerath hat einen historischen Ursprung. Die folgenden Ausführungen sollen einen Einblick in die Geschichte und die Lebensumstände zur Zeit des Hillebrand von Watzerath vermitteln.

 

In der Wappensammlung von Eltester im Landesarchiv Koblenz befindet sich ein Siegel des Hillebrand von Watzerath aus dem Jahre 1465. Es zeigt zwei aufwärts abgekehrte Fische (Gruber, Wappen des mittelrheinisch-moselländischen Adels, S136/137).

 

Mit Genehnigungsurkunde der Bezirksregierung vom 28.03.1989 wurde der Gemeinde Watzerath die Genehmigung zur Führung eines eigenen Wappens mit folgender Wappenbeschreibung erteilt: " In blau zwei aufwärts abgekehrte silberne Fische."

Bis zum Ende der Feudalzeit (Napoleon) gehörte Watzerath zum Hof Pronsfeld. Dieser war Kondominium (von mehreren Herrschaften gemeinsam verwaltet) zwischen Kurtrier und Luxemburg.

 

Hillebrand von Watzerath gehörte dem Niederadel (Landadel) an. Er und seine Familie waren somit die Edlen von Watzerath. Er hatte keine eigene Burg und war ein Vasall und somit Untergebener seines Lehensherrn. Entlohnt wurd er wahrscheinlich wie damals üblich von seinem Lehensherrn für seine Ritterdienste mit einem Lehen (geliehenes Landgut).

Der Niederadel war im Hochmittelalter dem hohem Adel im Prinzip gleichwertig an die Seite gestellt. Lehensherr und Vasall waren Vertragspartner. Wenn ein Lehensvertrag geschlossen wurde, so war dies ein großes und festliches Ereignis. Der Lehensherr schuldete dem Vasallen Achtung, Schutz und Unterhalt.

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Hillebrand von Watzerath lebte in einer Zeit in der der allgemeine Niedergang des Rittertums bereits begonnen hatte. Durch das Aufkommen neuer Fernwaffen wie die Armbrust und mannshohen englischen Langbogen(500 m Reichweite) boten die Ritterrüstungen nicht mehr den nötigen Schutz. Sie wurden von den schweren Pfeilen durchschlagen.

Der Aufstand Franz von Sickigens (1481-1523), der auch Trier belagerte, war ein Aufbäumen gegen die Entwicklung im reich, die den Rittern höchstens noch eine Zaungastrolle zubilligte. Mit dem Ende des 16. Jahrhunderts war der Ritterstand in seiner Fom nach rund 800-jährigem Bestehen fats gänzlich verschwunden.

Quellen:

Bürgermeister a.D. Karl E. Becker, Malberg

Buch: "Ritter" von Prof.Dr. Wolfgang Tarnowski