Geschichte
Ortsgeschichte:
Verwaltet wird die Ortsgemeinde Watzerath von der Verbandsgemeinde Prüm. Bis zur Verwaltungsreform im Jahre 1971 gehörte der Ort zur Amtsverwaltung Niederprüm-Pronsfeld mit Sitz in Prüm.
Der Ortsname auf „-rath" läßt eine Entstehung des Dorfes im 10. Jahrhundert vermuten. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1445 als „Watzenrode". 1489 als "Watzenroet und 1570 als Watzenradt. Auf Landkarten des 17. und 18. Jahrhunderts tritt als Schreibweise auf: Wathart, Watcart und Wartzit; letztes klangmäßig sehr ähnlich der mundartlichen Bennung "Watzert", wie sie heute noch gebraucht wird.
2. Weltkrieg :
Bereits vor dem 2.Weltkrieg befanden sich Truppen im Raum Prüm. Während der Ardennenoffensive im Dezember 1944 wurden in Watzerath teile der 164. Volks-Grenadier-Divison zusammengezogen. Dabei handelte es sich um die 3.Kompanie des I. Batallions. Diese versammelten sich am 16.12.1944 am Gemeindehaus in Watzerath. .
Kirchliche Geschichte:
1656 wird ein Streit mit dem Pronsfelder Pastor aktenkundig gemacht. Dieser weigerte sich, regelmäßig Messen in Watzerath zu halten. 1685 wurde ein zusätzliches Entgeld für das Halte der Wochenmesse vereinbart. 1712 bei der Visitation war der bauliche Zustand der Kirchhofsmauer und der Kapelle sehr im argen. Gegen Ende des 18.Jahrhnderts hatte Watzerath einen eigenen Geistlichen, Frühmesser oder Vikar genannt, der bei der Kapelle wohnte und im Winter für Watzerath, Weinsfeld und Steinmehlen die Schule hielt.. Die Visitation 1778 nennt Vikar Johann Heintz als approbierten Prister. Da die Bauern aus Watzerath sein kärgliches Einkommen jährlich neu aushandeln wollten, schimpfte er sie in einer Beschwerde 1784 an die kurfürstliche Behörde "Gotteslümmel". Während der napoleonischen Besatzungszeit, in der die Kapelle versteigert wurde, ersteigerte Johann Kockelmann aus Johans 1803 als Mumper im Auftrage der Gemeinde die Kapelle zurück. Deswegen behauptete Watzerath bis 1846 die Eigentumsrechte an der Kapelle gegenüber der Pfarrkirche Pronsfeld. 1855 wurde die Kapelle abgerissen und für 590 taler durch den Maurer- und Zimmermeister Johann Wirtz aus Bleialf neu aufgebaut. Zwei Glocken luden einst zum Gebet ein, eine aus dem Jahre 1748 mit der Inschrift "Maria Agnes de Bendeleben" und eine zweite von 1873 von der Gießerei Mabilon aus Sarrburg. Eine Glocke wurde im 1. Weltkrieg angeschmolzen. Im Ort und auf freier Flur sind noch ein paar Wegkreuze erhalten geblieben. Das Glockenkreuz in der Nähe des Friedhofs, Höhe 2,50m, wurde 1793 von jakob Schridder errichtet. Schridder der im selben Jahr sein Haus erbaute, errichtete es zum Dank dafür, dass während der Bauzeit keein Unfall geschehen war. Ein Schieferkreuz, Höhe ca. 1,70m, steht an der B410, Abzweigung Schloßhecker Straße, auf dem Anwesen Büchel. Diese Kreuz stand früher an anderer Stelle am Hause "Domen" und war damals wie heute Gebetstation für die Echternacher Springprozzesion. Es trägt außer einer lateinische Inschrift die Namen der Stifter: Matias Schreder und Maria Margareta Domen von Wachrat, 1817. Der Buchstabe C im Ortsnamen Wachrat wurde wohl wie Z gelesen. Der Familienname der Maria Margareta Domen (Mädchenname) hat sich als Hausname bis 1980 erhalten. Das haus wurde von der Bundesstraßenverwaltung gekauft und abgerissen. Ein zweites Schiffernkreuz, Höhe ca. 1,40m, steht an der Schloßhecker Straße, Abzweigung "Mini" Weg zur B410. Dieses Kreuz wurde im Jahre 1935 aufgestellt und ersetzt ein Kreuz aus Eichenbalken. Ebenfalls an der Schloßhecker Straße steht ein Sandsteinkreuz aus dem Jahre 1966 welches ein im Kriege zerstörtes Schieferkreuz von 1935 ersetzt. Im Pilzberg an der Straße nach Weinsfeld steht ein Kreuz zur Ehre Gottes und zum Gedenken an den tödlichen Unfall des Johann Lentz. Bei einer Fahrt aus dem Wald mit einem beladenen Holzwagen kam es zu dem Unfall. Lentz fiel dabei vom Wagen und wurde von den hinteren Rädern überrollt. Sagen:Als Matthias Zender in den 30er Jahre sagen aus der Westeifel sammelte, würden ihm auch einge sage erzählt, die Watzerath zuzuordenen sind. So erzählte ihm der Bauer Schreiber aus Watzerath, geb. 1863, folgende Sage: Ein Man aus Eupen kam nach Watzerath für seinen schwerkranken Sohn zu beten. Als er nach Hause kam, war der Junge zu der Stunde genesen, als in Watzerath am Maiabend das Hochamt war. Als Zeichen für geheilte Kranke sollen in der Kapelle auch Krücken aufbewahrt worden sein. Der Kleinbauer Ehlen aus Watzerath, geb. 1850, wuße folgendes zu berichten: Zwischen Watzerath und Brandscheid geht der "Puhzert" um. Dies kommt daher, dass ein Jäger, der an Ostern auf die Jagd ging, aus Wut darüber, dass er nichts getroffen hatte, auf ein Kreuz geschossen hat und von der abprallenden Kugel getötet wurde. Seit der Zeit spukt der Mann als Jäger umher. Ehlen erzählte weiter:" Er ist meinem Vater begegnet, wie er morgens von watzerath nach Bleialf geht auf die Grube". Vermtlich hat der Vater damals im heute wieder zugänglich gemachten Stollen in Bleialf unter Tage gearbeitet. Bahn:1886 erhielt Watzerah durch die Lage an der Bahnstrecke Prüm - St.Vith größere Bedeutung. Anfangs gab es nur eine Haltestelle. Um 1900 wurde die Haltestelle durch eine eigene Fahrkartenstelle aufgewertet. Noch vor dem 1. Weltkrieg erhilet Watzerath dann sogar einen eigenen Bahnhof. nach Ende des 2.Weltkrieges wurde der fahrbetrieb 1949 wieder aufgenommen. Nach Einstellung des Personenverkehrs im jahre 1973 wurde die Strecke nur noch für den Güterverkehr genutzt. Heute wird die ehemalige Bahntrasse nach erfolgtem Rückbau und Umbau als radweg genutzt. Dieser Radweg führt vom Bahnübergang Prüm-Niederprüm bis nach Waxweiler über die ehemalige Trasse. Schule: Das jetzige Gemeidehaus mit Wohnungen ist die zuletzt erbaute Schule für Watzerath. 1964 seiner Bestimung übergeben diente es nur noch für 2 1/2 Jahre als Volksschule. Von 1969 bis 1973 war hier die neu gegründete Sonderschule für Lernbehinderte untergebracht. Heute besuchen die Knder die Grundschule in Pronsfeld und anschließend die weiteführenden Schulen in Prüm. Vordem wurde der Unterricht, zuletzt durch Lehrer Adams, in der 1892 erbauten Schule im Dorf gehalten. Heute wird das Gebäude für Wohnzwecke mit einer Werkstatt genutzt. Ehe jedoch Lehrer den Unterricht abhielten, lag diese Aufgabe in den Händen des Pastors. Die Bedinungen für den Frühmesser und Schulmeister schilderte 1784 der damalige Pastor Johann Heintz wie folgt: Jeder "gemeine Bauer" soll ein Schaf füttern, wenn er es stellt, sonst ein 1/4 Scheffel Korn geben. Er darf eine Kuh auf die gemeine Weide treiben; aber er hat kein Futter für sie. Er hat nur ein Gärtchen: 24 Schritte lang, 16 Schritte breit. An Holz in einer kalten und sehr schlechten Logis ist nicht sufficiens. Für jedes Kind, das den halben Winter zur Schule kommt, wird bezahlt vom Gemeinsmann 1/4 Scheffel, für den ganzen WInter 1/2 Scheffel Heidkorn. Arme und Hirten brauchen nichts beizutragen. Das Einkommen bestand aus 3 Albus Schulgeld monatlich. Einwohner: Die Einwohnerzahl von Watzerath stieg seit
dem Anfang des 19. Jahrhunderts kontinuierlich an, erst seit Anfang der 90er
Jahre nimmt die Einwohnerzahl stärker zu. Dies ist sicherlich mit der Erschließung
neuer Wohngebiete und den damit verbunden "Zuwanderungen" zu erklären. Quellen: Geschichte der Dekanate Prüm - Waxweiler, bearbeitet von Peter Oster (Studienrat in Saarburg), Ortslexikon des Altkreises Prüm und Alois Keppers (Pittenbach)
